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Qualität

Marmorierung
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USDA Prime, BMS 9, A5, EUROP-Klasse U: Auf Etiketten und Speisekarten stehen Kürzel aus vier verschiedenen Systemen, die Unterschiedliches messen. Manche sagen etwas über Genuss aus, andere nur über die Schlachtausbeute.

Rohes, stark marmoriertes Ribeye-Steak auf einem Holzbrett mit bunten Pfefferkörnern
Marmorierung heißt: feine Fettadern innerhalb des Muskels — nicht der Fettrand außen. Je feiner verteilt, desto gleichmäßiger schmilzt sie beim Braten.

Was Marmorierung bewirkt

Intramuskuläres Fett schmilzt beim Erhitzen zwischen die Muskelfasern. Es transportiert fettlösliche Aromastoffe, sorgt für den Eindruck von Saftigkeit und puffert Fehler beim Garen ab: Ein stark marmoriertes Entrecôte verzeiht zwei Grad zu viel, ein Filet nicht.

Entscheidend ist nicht die Menge allein, sondern die Verteilung. Wenige dicke Fettadern bringen weniger als ein feines, gleichmäßiges Netz — deshalb bewerten alle Systeme nicht nur den Fettanteil, sondern auch die Feinheit der Zeichnung.

USA: die USDA-Grades

Das US-Landwirtschaftsministerium stuft Rindfleisch anhand der Marmorierung im Anschnitt zwischen 12. und 13. Rippe ein, kombiniert mit dem Alter des Tieres.

GradeMarmorierungAnteil der ProduktionBedeutung
Primereichlichca. 3–6 %Spitzenqualität, meist Gastronomie
Choicemittelca. 50 %gute Handelsqualität
Selectgeringca. 30 %mager, für Kurzbraten grenzwertig
Standard / Commercialsehr geringRestVerarbeitung

Wichtig: „USDA Prime“ auf einer europäischen Karte bedeutet nur dann etwas, wenn das Fleisch tatsächlich aus den USA stammt und zertifiziert wurde. Ein „Prime Cut“ ohne USDA-Bezug ist reines Marketing.

Japan und Australien: die BMS-Skala

Der Beef Marbling Standard bewertet die Marmorierung auf einer Skala von 1 bis 12. Japanische Wagyu-Ware der Spitzenklasse liegt bei BMS 8 bis 12, US Prime entspricht etwa BMS 4 bis 5, europäisches Qualitätsrindfleisch häufig BMS 2 bis 4.

Das japanische Gesamtsystem kombiniert zwei Werte: einen Buchstaben von A bis C für die Fleischausbeute und eine Zahl von 1 bis 5 für die Qualität, in die Marmorierung, Farbe, Festigkeit und Fettqualität einfließen. A5 ist damit die höchste erreichbare Einstufung — sie sagt allerdings nichts über die Rasse oder die Herkunftsregion aus.

Mehr ist nicht automatisch besser

Ab BMS 10 aufwärts besteht das Fleisch zu großen Teilen aus Fett. Das schmeckt beim ersten Bissen spektakulär und beim zehnten sättigend bis anstrengend. Deshalb serviert man A5-Wagyu in Japan in Streifen von 80 bis 120 Gramm — nicht als 300-Gramm-Steak.

Europa: das EUROP-Schema

Die EU klassifiziert Schlachtkörper nach zwei Kriterien: der Fleischigkeit (E–U–R–O–P, von hervorragend bis gering) und der Fettabdeckung (1 bis 5). Ein Schlachtkörper mit „U3“ hat also eine sehr gute Bemuskelung und mittlere Fettabdeckung.

Der entscheidende Punkt: Das EUROP-Schema misst die Ausbeute, nicht den Genuss. Es wurde für die Preisfindung zwischen Landwirt und Schlachthof entwickelt. Ein Tier der Klasse E kann mehr verkaufsfähiges Fleisch liefern und trotzdem magerer und weniger geschmackvoll sein als eines der Klasse R. Für die Beurteilung eines Steaks ist EUROP deshalb nahezu wertlos — was es nicht davon abhält, gelegentlich als Qualitätsargument verwendet zu werden.

Was auf dem Etikett wirklich steht

In der EU ist bei Rindfleisch die Angabe von Geburtsland, Mastland und Schlachtland verpflichtend, dazu die Zulassungsnummern von Schlacht- und Zerlegebetrieb. Steht auf einem Etikett dreimal dasselbe Land, stammt das Tier aus durchgängig heimischer Erzeugung — stehen dort drei verschiedene Länder, ist es weit gereist.

Nicht verpflichtend, aber aussagekräftig sind: Rasse, Alter beim Schlachten, Reifedauer und Reifeverfahren, Fütterung und Haltungsform. Betriebe, die diese Angaben freiwillig machen, haben in aller Regel etwas zu zeigen.

Fünf Dinge, die man an der Theke sieht

  1. Farbe des Fleisches. Kirsch- bis dunkelrot. Blassrosa deutet auf sehr junge Tiere oder kurze Reifung hin, braun-grau auf Alter oder Sauerstoffkontakt.
  2. Farbe des Fetts. Weiß bis cremefarben bei Getreidefinish, gelblich bei Weidehaltung. Beides ist gut; grau oder schmierig ist es nicht.
  3. Feinheit der Marmorierung. Viele dünne Adern schlagen wenige dicke.
  4. Schnittfläche. Matt und trocken, nicht nass. Eine Lache im Tablett bedeutet Saftverlust — meist ein Zeichen für kurze oder feuchte Reifung.
  5. Dicke des Zuschnitts. Ein Metzger, der auf Wunsch vier Zentimeter schneidet, denkt in Steaks. Wer nur vorportionierte Zwei-Zentimeter-Scheiben hat, denkt in Stückzahlen.

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Welche Rasse liefert welche Marmorierung?

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